26.06.2003 | 00:04 | medien: tv

Österreich einst Pionier, heute 15 Jahre zurück
Der "Arbeitskreis Offene Kanäle" diskutierte mit Parteienvertretern und Medienexperten: Knackpunkt ist die Finanzierung.

 Hans Kronberger, FPÖ-Mediensprecher
 ( © FPÖ )



Wien
. Vermittlung von Medienkompetenz oder Gefahr politischer Vereinnahmung? Darum drehte sich ein Runder Tisch, zu dem der Arbeitskreis Offene Kanäle Vertreter der Parlamentsparteien und Medienexperten geladen hatte. Die Parteien signalisierten Zustimmung zu TV-Projekten mit Bürgerbeteiligung, kontroversiell diskutiert wurden die Finanzierung und die Gefahr der Vereinnahmung.
ÖVP-Abgeordneter Ferry Maier betonte, das Kabelrundfunkgesetz 2001 habe die Möglichkeit eines Offenen Kanals (via „must-carry“-Verpflichtung) geschaffen. Der Ball liege nun nicht mehr bei der Politik. Für die Finanzierung solle der „Kulturschilling“, der mit den Rundfunkbeiträgen eingehoben und von den Ländern verwaltet wird, herangezogen werden.

 

FPÖ-Mediensprecher Hans Kronberger erklärte, einem Offenen Kanal „absolut aufgeschlossen“ gegenüber zu stehen – überraschend, zumal die Wiener FPÖ diesen in Wien jüngst in einer Aussendung als „rot-grünes Anarcho-TV“ abgelehnt hatte. Er plädiert für eine Finanzierung durch die Kommunen, befürchtet aber die Gefahr von „Cliquenbildung“, die über die Mittel bestimme und „ihre Klüngel bedienen müsse“. Kronberger sieht sich sogar als „Pionier“: Ende der 70er-Jahre entstand mit der Video­initiative Graz das Projekt „Arbeiter machen Fernsehen“. Heute hinke Österreich „um 15 Jahre hinterher“, meint Johannes Schütz, Vertreter des Arbeitskreises OK. SP-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos könnte sich sogar vorstellen, dass nicht weniger als zwei Prozent der ORF-Gebühren für Offene Kanäle verwendet werden.

Quelle: medianet - Hermann Sileitsch



 

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