Runder Tisch

Zeit:
23. Juni 2003, 19.00
Ort: Wiener Urania
Uraniastraße 1, A-1010 Wien

Die Bedeutung Offener Fernsehkanäle für Österreich

Teilnehmer am runden Tisch sind Repräsentanten der vier Parlamentsparteien und Medienexperten:

Arno Aschauer (Filmschule Wien)
Mag. Norbert Darabos (Bundesgeschäftsführer SPÖ)
Dr. Hans Kronberger (Mediensprecher FPÖ)
Dr. Ferry Maier (Nationalratsabgeordneter ÖVP)
Prof. Dr. John Pattillo-Hess (Gesellschaft für Masse- und Machtforschung, Urania)
Stefan Schennach (Mediensprecher Grüne)
Dr. Manfred Schmid (Wiener Zeitung)
Mag. Johannes Schütz (Arbeitskreis Offene Kanäle Österreich)

Moderation: Dr. Renate Pittroff (Medienwissenschafterin)


Die Diskussion wird als Audio-Live-Stream auf www.offener-kanal.net übertragen.
Und auch mit Mails kann man sich am Gespräch beteiligen:
rundertisch@offener-kanal.at

In Wien denkt man jetzt über einen Offenen Kanal nach. In Ludwigshafen/Vorderpfalz gibt es ihn seit 1984. Das war der erste in Deutschland, jetzt hat man in unserem Nachbarland schon 80 Offene Kanäle. Sie sind Teil der "Open Channels for Europe" und werden gezielt zur Vermittlung von Medienkompetenz eingesetzt. Die gilt als Schlüsselqualifikation, ist somit ein wichtiger Faktor für die internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Fragenkatalog: Zehn Themenbereiche

Es ist vorgesehen, dass beim Runden Tisch zehn Themenbereiche gezielt erörtert werden:

Bildungsprojekt Offener Kanal
Medienkompetenz wurde zu einer zentralen Schlüsselqualifikation. Die Bedeutung des Offenen Kanals als Bildungsinstitution. Österreichs aktuelle Position im internationalen Vergleich?

Demokratieprojekt Offener Kanal
Der Aufbau demokratischer Strukturen stellt in komplexen Gesellschaften höchste Anforderungen an das gesellschaftliche Kommunikationssystem. Die neuen Medientechnologien müssen deshalb verstärkt zur Partizipation der Bürger eingesetzt werden. Der aktuelle Stand in Österreich?

Kulturprojekt Offener Kanal
Zahlreiche Institutionen und Vereine leisten engagierte Arbeit, können aber nur eine begrenzte Öffentlichkeit erreichen. Der Offene Kanal bietet ihnen eine Plattform. Er dient ebenfalls als Katalysator für interkulturelle Arbeit, wird im internationalen Vergleich gerne von sprachlichen Minderheiten genutzt und fördert die Bildung von Communities. Perspektiven für das geistige, kulturelle und soziale Leben?

Medienprojekt Offener Kanal
Bestürzung bei den Bewohnern der Wiener Großfeldsiedlung angesichts einer jüngst ausgestrahlten Fernsehdokumentation. Der Offene Kanal würde hier die notwendige Korrektur durch authentische Berichterstattung bieten. Eine faire Möglichkeit für das Recht auf Gegendarstellung?

Gegenpol zur kommerzialisierten Medienlandschaft
Die Fernsehformate sind in den vergangenen Jahren starken Veränderungen unterlegen. Dabei gehen zunehmend wertvolle Sendungsformen verloren, weil sie nicht mehr einem herrschenden Zeitgeist entsprechen. Kann der Offene Kanal zur Bewahrung einer reichhaltigen Informations- und Unterhaltungskultur beitragen?

Vorbildliche Videoprojekte in Österreich Ende der siebziger Jahre
Videoinitiativen in Österreich boten wertvolle Ansätze bei der Realisierung der Offenen Kanäle in Deutschland. Warum ging dieser Vorsprung für Österreich verloren?

Erweiterung des öffentlichen Auftrags im Medienbereich
Traditionell auf Information, Unterhaltung und Bildung konzentriert, ergibt sich die Notwendigkeit zur Medienkompetenzvermittlung. Bedarf einer Neudefinition?

Anteil an den Rundfunkgebühren
In Deutschland ist gesetzlich vorgesehen, dass bis zu 2 Prozent der Rundfunkgebühren für Offene Kanäle und Projekte zur Medienkompetenzvermittlung eingesetzt werden. Ein Modell für Österreich?

Verfassungsrechtliche Verankerung Offener Kanäle
Grundrechte sind abhängig von äußeren Umständen und dem Grad der Demokratisierung einer Gesellschaft. In Bezug auf das Grundrecht der Kommunikations- und Meinungsfreiheit muss der Fortschritt der technischen Infrastruktur berücksichtigt werden. Besteht Handlungsbedarf für die österreichische Legislatur?

Chancen für die Zukunft
Österreich hat inzwischen im Bereich Medienkompetenzvermittlung einen Rückstand von 15 Jahren, denn der Ausbau diesbezüglicher Projekte ist insbesondere in Deutschland rasch vorangetrieben worden. Welche konkreten Schritte können angesichts der nötigen Dringlichkeit gesetzt werden?


Zum Ablauf der Veranstaltung

Die Veranstaltung findet im Mittleren Saal der Urania statt, der Platz für rund 240 Personen bietet. Der Raum hat sich mit seiner leicht halbarenaförmigen Anlage bereits bei Forumsdiskussionen bewährt.

Es ist geplant, für die Erörterung der genannten Themen am Podium eine Stunde zu verwenden. In der Folge ist vorgesehen, dass das Forum zu Wort kommt, Statements abgeben kann und die Möglichkeit erhält, Fragen an die anwesenden Politiker zu stellen. Es kann dafür ebenfalls mindestens eine Stunde genutzt werden. Im Anschluss gibt es ein informelles Zusammensein im Foyer. Die Veranstaltung endet in der Urania um 22 Uhr.


Eine Veranstaltung des Arbeitskreises Offene Kanäle Österreich in Kooperation mit der Gesellschaft für Masse- und Machtforschung und der Wiener Urania.