Seit der Verfügbarkeit des Internet findet man 3 mythische Thesen
als Dioskuren der technikinduzierten Vermassung vor:
1. Egalisierung,
2. Anonymisierung,
3. Demokratisierung
Nach 8 Jahren der intensiven Entwicklung und wechselvollen Geschichte
stehen wir an der Schwelle der möglichen Realisierung. Wenigstens
zwei der utopischen Wünsche könnten in Erfüllung gehen.
Was verleitet zu solch einer Aussage? Das Internet wurde als das 2-Weg-Medium
angekündigt. Seit seiner öffentlichen und kommerziellen Verfügbarkeit
hat sich trotz der technischen Möglichkeiten eine Power Law Distribution
ergeben. Den Milliarden von Seiten stehen wenige, meist kommerzielle,
Stars gegenüber, die als Broadcaster das Internet dominieren. Die
Mehrheit verschwindet in der Bedeutungslosigkeit oder ist schlichtweg
von zweifelhafter Qualität.
"Emerging Democracy" nennt Joichi Ito einen Essay, der
im Februar heftig diskutiert und gemeinschaftlich erarbeitet wurde. -
Worum geht es im Kern? Weblogs avancieren zum Katalysator basisdemokratischer
Willensbildung. Personal-Publishing-Software und neuer alter Kommunikationsstil
befreien den Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.
Man könnte zunächst einwenden, das sei das alte Lied: Aufklärerische
Utopie verkleidet als Technikderminismus oder umgekehrt. Was ist nun dran
an diesem Öffentlichkeitsphänomen, das aus zwei Worten zusammengesetzt
ist? Web steht für Internet bzw. Netzwerk. Log steht für Logbuch
oder Tagebuch.
Im Impulsreferat wird die Geschichte, die Terminologie, die Software,
die Verwendungszusammenhänge, das Potential ausgeleuchtet. Zu guter
Letzt ergibt sich ein Anknüpfungspunkt an ein Referat,
das in dieser Reihe zum Thema "Offener Kanal" von Johannes
Schütz am 1. März 2002 gehalten wurde. In beiden Fällen
geht es um Öffentlichkeit und die Verfügbarkeit von Publikationsräumen.
Aktuell laufen die Vorbereitungen für die erste internationale europäische
Konferenz zu Weblogs am 23./24.5.03 in Wien mit dem Titel: "BlogTalk
- A European Conference On Weblogs: Web-based publishing, communication
and collaboration tools for professional and private use". Details:
siehe http://blogtalk.net
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Kurzbiographie Thomas N. Burg
Mag. phil. Geboren 1964 in Wien. Studium der Geschichte und der Deutschen
Philologie sowie seit 1994 des Internet.
1994-1995 Assistent an der University of Minnesota
Seit 1995 an der Donau-Universität Krems
Seit 1997 Leiter des Zentrums für Neue Medien an der Donau-Universität
Krems
Schwerpunkte:
Ausbildung für Neue Medien
Lehre, Forschung und Consulting im Bereich: Community-Tools, (Micro) Content
Management Systeme, Weblogs, Knowledge Sharing in virtuellen Sozialräumen.
Dissertation zu: Soziale Interaktion im virtuellen Raum. Wissensgenerierung
und -teilung in Neue-Medien-vermittelten Environments.
ForschungsWeblog: http://randgaenge.net
Website des Zentrums für Neue Medien
http://www.donau-uni.ac.at/znm
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