| Österreichischer Presserat aufgelöst |
|
Der österreichische Presserat, Selbstregulierungsorgan der österreichischen Journalisten, wird mit 30. Juni aufgelöst. Dies ist das Resultat eines lange andauernden Streites zwischen dem Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und der Journalistengewerkschaft.
Knackpunkt war die Forderung des VÖZ, den Presserat dahingehend zu reformieren, dass künftig jede Zeitung mit zwei Stimmen (ein Verlegervertreter, ein gewählter Redaktionsvertreter) in einem „neuen“ Presserat vertreten sein soll. Die bisherigen vier Trägerverbände (Journalistengewerkschaft, Österreichischer Zeitschriften- und Fachmedienverband, Presseclub Concordia, VÖZ) sollten ein Drittel der Sitze in der Generalversammlung erhalten.
Die Journalistengewerkschaft wertet diesen Vorstoß als Versuch der Unternehmer, den ÖGB aus der Institution hinauszudrängen und verweist auf die Identität des Presserates als Selbstregulator der Journalisten. Wer die inhaltlichen Ziele des Presserates (journalistische Sorgfalt, Unparteilichkeit, Qualität der Inhalte) bis zur Aushandlung eines Kompromisses vertreten soll, ist bislang unklar. |
|
(18. Juni 2002)
|